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Eine Vorbildbaustelle für die Region


Warum baut die FG Bau? Wohnungsbau mit Blick auf Fachkräftesicherung

Berlin – the place to be. Mit diesem Slogan machte die deutsche Hauptstadt im Jahr 2009 auf sich aufmerksam. Er spiegelt die Anziehungskraft Berlins wieder und scheint nach wie vor zuzutreffen. Denn bald leben vier Millionen Menschen in der Hauptstadt. Doch aktuell stellt sich die Frage: Wohin mit all den Bewohnern? Schon jetzt fehlen schätzungsweise 170.000 Wohnungen – Tendenz steigend.

Daher hat sich die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg dazu entschlossen, wieder selbst aktiv zu werden und neuen Wohnraum zu schaffen. Das Besondere ist: Der Verband hat an dieser Stelle schon einmal ein Gebäude errichtet, als nach dem Mauerbau der Wohnraum für Fachkräfte knapp war! Das alte Angestelltenwohnheim musste mit der Zeit weichen, machte damit aber Platz für das neue Bauprojekt.

Denn auch heute gibt es einen Fachkräftemangel in der Region, von dem insbesondere die Baubranche betroffen ist. Daher werden vor offiziellem Start der Vermietung alle Verbandsmitglieder über die Möglichkeit der Einmietung - z. B. von Auszubildenden oder Fachkräften aus ländlichen Gebieten oder dem Ausland - informiert und ein Vorrecht auf die Anmietung eingeräumt. Ganz nach dem alten Prinzip: Neuer attraktiver Wohnraum für zuziehende Fachkräfte zur Stärkung der Berliner Bauwirtschaft.

Stuckateurmeister Klaus-Dieter Müller, Präsident der Fachgemeinschaft Bau:

„Wir bauen ein Wohnhaus mit 36 Mietwohnungen, das nicht nur durch seine Lärm mindernde Konstruktion nach dem Tarnkappenflugzeugeffekt hervorsticht, sondern auch durch den hinter dem Bau stehenden, schon fast traditionsgebundenen Grundgedanken. Denn der Verband plant, die Wohnungen zum einen dem angespannten Mietwohnungsmarkt zur Verfügung zu stellen und zum anderen sollen die Wohnungen, in enger Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsunternehmen, wieder Fachkräften zur Verfügung gestellt werden.“


Wie baut die FG Bau? Unsere Ansprüche an das Projekt

Als Verband errichten wir natürlich nicht einfach nur ein Wohnhaus. Dieses Projekt ist auch eine einmalige Möglichkeit, die politische Arbeit am lebenden Objekt zu überprüfen und damit neue Impulse für die Zukunft zu setzen.

Strikte Vorgaben

Als Bauverband legt die Fachgemeinschaft Wert besonderen auf eine gute Planung und hat hohe Ansprüche an die Bauausführung. Vom Präsidium wurden daher strikte Vorgaben aufgestellt, auch wenn sie eine starke Einschränkung der in Frage kommenden Unternehmen nach sich zogen:

  • Soweit sinnvoll und vertretbar erfolgt eine kleinteilige Vergabe.
  • Soweit das Bauhauptgewerbe betroffen ist, finden Ausschreibungen nur innerhalb der Mitgliedschaft der FG Bau statt.
  • Soweit das Bauhauptgewerbe betroffen ist, ergeht die Aufforderung nur an Firmen die im Weißbuch Bau der Sozialkasse des Berliner Baugewerbes gelistet sind oder sich listen lassen könnten.
  • Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung auf der Baustelle werden verhindert.

Denn der Bauverband kämpft seit seinem Bestehen gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Bauwirtschaft. Bei der Umsetzung des eigenen Bauvorhabens stellt er daher seine politischen Forderungen und die seiner Bündnispartner wie dem Zoll, der Sozialkasse des Berliner Baugewerbes (Soka Bau) oder der Berufsgenossenschaft auf den Prüfstand. 

 Stuckateurmeister Klaus-Dieter Müller, Präsident der Fachgemeinschaft Bau:

„Unsere Baustelle soll durch ihre vorbildhafte Einrichtung und Führung in puncto Sicherheitsstandards, faire Arbeitsbedingungen und den konsequenten Ausschluss von Schwarzarbeit als richtungsweisendes Modell für die regionale Bauwirtschaft dienen. Wir haben hier die einmalige Möglichkeit, als Auftraggeber und gleichzeitig als Vertreter der Bauwirtschaft alle Vorgaben auf ihre Wirksamkeit zu prüfen und mit eigenen Erfahrungen neue Impulse für die Politik zu liefern.“

Zoll-Kriterien einer „idealen“ Baustelle

Auf einer „idealen“ Baustelle ist nach den Kriterien des Zolls zu jeder Zeit nachvollziehbar, welche Person von welcher Firma wie lange vor Ort ist. Daraus ergab sich die Notwendigkeit einer funktionierenden Zugangskontrolle. Die Generalversammlung der Fachgemeinschaft Bau hat sich im letzten Jahr deshalb dazu entschieden, in besondere Sicherungsmaßnahmen zur Verhinderung von Schwarzarbeit zu investieren.

Doch nicht nur die Fachgemeinschaft Bau will Erfahrungen sammeln. Auch der Zoll ist daran interessiert, eine Baustelle und die dortigen Abläufe besser kennenzulernen. So ist zum Beispiel im Gespräch, dass Anwärter der FKS über unser Bauvorhaben geleitet werden und eine Baustellenüberprüfung „üben“ können. Selbstverständlich haben sich unsere Firmen dazu bereit erklärt, dem Zoll Einblicke in ihre Betriebsabläufe zu gewähren.

Fürs Handwerk begeistern

Schlussendlich wollen wir mit unserer Baustelle auch helfen das Image der Branche wieder aufzupolieren. Wir wollen zeigen, wie gute, faire Arbeit geht. Auch um wieder mehr junge Menschen für unser Handwerk zu begeistern. Eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit.


Kernbotschaften der Fachgemeinschaft Bau auf Bauzaunplanen

Wir haben ein umfangreiches Konzept zur Öffentlichkeitsarbeit "Kalkhorster Straße 13" mit dem Ziel erarbeitet, uns am konkreten Projekt als tatkräftigen Verband darzustellen, der aktiv sein Umfeld gestaltet. Hierfür haben wir z.B. die Baustelle mit bedruckten Bauzaunplanen gesäumt, die die Kernbotschaften unseres Verbandes großflächig auf die Straße bringen.  

Die Bauzaunplanen finden Sie hier.


Bekämpfung von Schwarzarbeit am Bau 

Durch illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit am Bau entsteht Jahr für Jahr ein volkswirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe. Rund 38 Prozent des gesamten Schwarzarbeitsvolumens entfallen auf den Bau und das Handwerk. In Berlin wird mittlerweile fast jeder zweite Euro am Bau schwarz erwirtschaftet. Schwarzarbeit belastet seriös arbeitende Betriebe, verzerrt den Wettbewerb und ist das Hauptproblem der Branche.

Die Fachgemeinschaft Bau setzt sich daher gezielt gegen Schwarzarbeit am Bau ein und konnte durch ihr tatkräftiges Engagement bereits einige ihrer Forderungen – z.B. die Krankenkassenanmeldung vor der Arbeitsaufnahme – umsetzen.

Mehr zur Schwarzarbeitsbekämpfung der FG Bau.

Hier erhalten Sie eine Auflistung der von der Sozialkasse als einwandfrei eingestuften Betriebe:

Sozialkasse des Berliner Baugewerbes/Weißbuch

Hier erhalten Sie weitere Infos zur Bekämpfung der Schwarzarbeit:

Zoll

Weitere Infos zum Thema Sicherheit auf Baustellen:

Berufsgenossenschaft der  Bauwirtschaft